Vergangenes

In den Jahrzehnten zwischen Oktober 1981 und Januar 2020, in denen das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt im Widukind-Gymnasium in Enger „beheimatet“ war, ist so viel Spannendes entwickelt und realisiert worden, dass es diese Seite sprengen würde, es zu dokumentieren.
Vieles ist analog archiviert worden. Dieses Archiv ist 2020 an das Archiv für alternatives Schrifttum (afas) in Duisburg abgegeben worden, um es möglichen Interessent/inn/en zugänglich zu machen.
Seit Februar 2020 realisierte Projekte, die uns digital erinnernswert erscheinen, stellen wir auf dieser Seite dar:
„Experiment HEIMAT“ machte Station in Enger
Literaturfestival „europa:westfalen“
„Ver(w)ortungen. Bildungsprozesse im Rumpelstilzchen-Literaturprojekt“
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„Experiment HEIMAT“ machte Station in Enger

„HEIMAT – eine Emotion oder ein Ort? Eine Realität oder ein Ideal? Ist sie dort, wo wir geboren oder aufgewachsen sind? Oder hier, wo wir jetzt leben? Verändert sich HEIMAT im Laufe des Lebens? Oder existiert sie vielleicht überhaupt nicht (mehr)? Ist sie ein unausweichliches Schicksal oder etwas, das man sich selbst schafft? Eine erstrebenswerte Utopie oder ein Reizwort und Kampfbegriff? Gibt es nur eine HEIMAT oder gibt es sie auch im Plural? Und wie halten es andere Sprachen und Kulturen mit diesem urdeutschen Wort?“
Diese Fragen stellte (sich) das Westfälische Literaturbüro in Unna und schickte von Mitte April bis Ende Juni 2021 acht Schriftsteller/innen und neun Fotograf/inn/en im Rahmen des vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung finanziell unterstützten Literatur- und Photographie-Projekts „Experiment HEIMAT“ jeweils zu zweit (bzw. in einem Fall zu dritt) für mehrere Tage zur Recherche in neun westfälische „HEIMAT-Orte“. Einer dieser „HEIMAT-Orte“ war die Widukindstadt Enger. Sie wurde vom 19. bis 23. Juni 2021 von der Schriftstellerin Lütfiye Güzel und der Fotografin Loredana Nemes besucht.
Sie waren getrennt und zu zweit zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs, haben Einzelgespräche geführt (u.a. auf dem Wochenmarkt), sich aber auch mit Gruppen getroffen (Mitgliedern des Heimatvereins Enger, Geflüchteten und Ehrenamtlichen im Haus der Kulturen, Jugendlichen und Ehrenamtlichen im Jugendzentrum Zebra), um über das Thema Heimat zu diskutieren und darüber, welche Rolle Widukind für sie spielt.

© Siegfried Baron, Hiddenhausen 2021

Außerdem haben sie sich mit einer Lesung und einer Werkpräsentation in der Galerie im Gerbereimuseum vorgestellt.

© Siegfried Baron, Hiddenhausen 2021

Begleitend gab es ein umfangreiches Programm für die interessierte Öffentlichkeit:
die Ausstellungen „Angekommen!“ und „HEIMAT“ im Haus der Kulturen

© Siegfried Baron, Hiddenhausen 2021

ein Konzert „Opera meets Jazz“ aus dem Projekt „Wald- & Wiesen-Konzerte“ des Münsteraner Impresarios und Musikers Sebastian Netta auf der „HEIMAT-Bühne“ auf dem Königin-Mathilde-Platz

© Siegfried Baron, Hiddenhausen 2021

einen von Konfirmand/inn/en der evangelischen Kirchengemeinde Enger-Mitte gestalteten Gottesdienst zum Thema Heimat in der Stiftskirche, der aufgezeichnet wurde und auf dem YouTube-Kanal der evangelischen Kirchengemeinde Enger abrufbar ist [L].

© Siegfried Baron, Hiddenhausen 2021

eine Ausstellung der Künstlerin Anna Bella Eschengerd in der Galerie im Gerbereimuseum

unter dem Titel „HEIMART I“ einen „klingenden Stadtspaziergang“ des Performance-Trios TATUNTAT (Anna Bella Eschengerd [Stimme, Spontanpoesie], Marcus Beuter [field-recordings, soundart] und Willem Schulz [Cello, Performance])

© Siegfried Baron, Hiddenhausen 2021

eine „stationäre“ Performance mit TATUNTAT unter dem Titel „HEIMART II“ in der Galerie im Gerbereimuseum

© Siegfried Baron, Hiddenhausen 2021

sowie (leider ohne Photos) ein Vortrag „HEIMAT und Heimarbeit“ von Werner Brakensiek im Haus der Kulturen und ein Konzert und offenes Singen mit Ella Deppe (Gesang und Gitarre) und Alexander Hochhalter (Akkordeon und Gesang) auf der „HEIMAT-Bühne“ auf dem Königin-Mathilde-Platz unter dem Titel „HEIMAT-Lieder“.

Organisiert wurde das Engeraner Programm vom Rumpelstilzchen-Literaturprojekt in Zusammenarbeit mit dem Widukind-Museum und dem Haus der Kulturen.
Die Presse berichtete mehrfach, allerdings sin die meisten Berichte nicht online zugänglich: [P 1], [P 2]. Auch der Westdeutsche Rundfunk berichtete auf WDR 3 in der Sendung „Mosaik“ im Rahmen einer kleinen Serie [L].
Ausführliche Informationen über das Gesamtprojekt gibt es auf der Projekt-Website. Dort sind außerdem über die Tage in Enger ein kurzes Video, Fotoimpressionen und ein Kurzbericht der wissenschftlichen Projektbegleitung zu finden.
Der Photograph Siegfried Baron hat einen Großteil des Programms mit der Kamera begleitet und aus seinen Photographien eine Bilderschau erstellt, die auf dem YouTube-Kanal des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts abrufbar ist [L].

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Literaturfestival „europa:westfalen“

Unter dem Titel „europa:westfalen“ veranstaltete das Netzwerk literaturland westfalen im Frühjahr 2021 sein drittes westfalenweites Literaturfestival (mit einigen „Ausläufern“, da verschiedene Veranstaltungen coronabedingt verschoben werden mussten).
Das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt beteiligte sich mit zwei Kunstformen verbindenden Projekten.
In der Galerie im Gerbereimuseum wurden die Ausstellungen „Thorsten Böckmann, Petra Bobbenkamp und Freunde: Ukraine – Ansichtssachen“ und „Alexander Kapitanowski, Rumpelstilzchen-Literaturprojekt und Gäste: Europa und der Stier“ gezeigt.
Thorsten Böckmanns „Ansichtssachen“, stellen nicht die Realität vor Ort dar, sondern spiegeln persönliche Eindrücke. Im Fokus stehen die ukrainische Hauptstadt Kiew und Tschernobyl.

© Thorsten Böckmann

Die Zeichnungen von Alexander Kapitanowski sind ein Versuch, einen altgriechischen Mythos zu befragen, neu zu definieren und zu transformieren – das heutige Europa durch die Antike zu lesen.

© Alexander Kapitanowski

Auf Einladung des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts setzten sich Autorinnen und Autoren aus Deutschland, England und Russland mit den Bildern auseinander.
Beide Ausstellungen verbanden Bilder und Texte. Leider konnte die Galerie coronabedingt nur sehr eingeschränkt für das Publikum geöffnet werden, ein Verschieben der Präsentationen war allerdings auch nicht möglich.
Zu beiden Projekten erschienen Bücher, die alle Bilder und alle Texte enthalten:
Hellwig, Michael (Hrsg.): Thorsten Böckmann: Ukraine – Ansichtssachen. Bild-Text-Dialoge. Rumpelstilzchen-Literaturprojekt, Enger 2021 (BoD, Norderstedt 2021). ISBN 9-783-7526-2526-4, 18,- Euro.
Hellwig, Michael (Hrsg.): Alexander Kapitanowski: Europa und der Stier. Bild-Text-Dialoge. Rumpelstilzchen-Literaturprojekt, Enger 2021(BoD, Norderstedt 2021). ISBN 978-3-752-672596, 18,- Euro.

Die eigentlich als Präsenzveranstaltungen geplanten Lesungen mit Buchpräsentation mussten als Online-Angebote realisiert werden, die auf dem YouTube-Kanal des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts abrufbar sind: „Ukraine – Ansichtssachen“, „Europa und der Stier“.
Dasselbe gilt für die Finissage der Ausstellung „Ukraine – Ansichtssachen“.

„Ver(w)ortungen. Bildungsprozesse im Rumpelstilzchen-Literaturprojekt“

Mit einer Lesung unter dem Motto „Rumpelstilzchen rockt in Rente“ am 31. Januar 2020 hat sich das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt gemeinsam mit seinem Projektleiter nach 38,5 bzw. 39 Jahren aus dem Widukind-Gymnasium in Enger verabschiedet. Als Überraschung zu diesem Abschied, der in erster Linie ein Wechsel/Verlassen von institutionellen Strukturen war, haben die langjährigen Mitglieder des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts Melanie Babenhauserheide und Anna Bella Eschengerd im Aisthesis Verlag, Bielefeld, „Ver(w)ortungen. Bildungsprozesse im Rumpelstilzchen-Literaturprojekt. Eine Festschrift für Michael Hellwig“ herausgegeben.
Dazu steht im Klappentext: „Das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt unterstützt seit 1981 literarisches Schreiben von Kindern und Jugendlichen, bietet ihnen unterschiedliche Foren des Austauschs sowie mannigfaltige Möglichkeiten, mit Lyrik und Prosa an die Öffentlichkeit zu treten. Dieser Band beleuchtet dieses vielseitige Projekt: Exemplarisch veranschaulichen literarische Texte das breite Spektrum der Werke von Beteiligten sowie die Entwicklung ihres Schreibens. Autobiographische Reflexionen, Interviews mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern wie auch wissenschaftliche Betrachtungen gehen der individuellen, pädagogischen und kulturellen Bedeutung des Projekts nach. Durch die Diversität der Perspektiven werden sowohl vielfältige Ideen und Anregungen entfaltet, wie literarische als ästhetische Bildung durch einen kreativen Zugang ganz grundsätzlich begünstigt und ermöglicht werden kann, als auch Schwierigkeiten eines solchen Engagements innerhalb und außerhalb eines schulischen Kontextes kritisch reflektiert.“

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