Selbstporträt

Das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt ist im Oktober 1981 im Widukind-Gymnasium Enger entstanden. Sein Ziel war die Förderung literarisch schreibender Kinder und Jugendlicher.
Seit Februar 2020 besteht es als loser, institutionell ungebundener Verbund literarisch aktiver ehemaliger Schüler/innen des Widukind-Gymnasiums, um sich auszutauschen und gemeinsame Projekte zu realisieren. Es ist darüber hinaus offen für andere Autor/inn/en.

Zur „Geschichte“ des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts:

Ausgangspunkt war das schuleigene Literaturblatt „Rumpelstilzchen“, das es schreibenden Schülerinnen und Schülern ermöglichen sollte, die eigenen Texte einem größeren Publikum vorzustellen. Es sind im vierteljährlichen Rhythmus 154 Ausgaben erschienen, in denen mehr als 550 Schülerinnen und Schüler eigene Gedichte und Prosatexte veröffentlicht haben (zum Teil auch im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht entstandene; umgekehrt wurden „Rumpelstilzchen”-Texte gelegentlich im Unterricht thematisiert). Daneben sind zu besonderen Gelegenheiten 55 Sonderausgaben und 5 Werkstattausgaben erschienen.
Weitere Beispiele für eigene Publikations-Projekte sind mehrere Serien Lyrik-Postkarten, Foto-Gedicht-Kalender, die Gestaltung von Werbe-Großflächen im Stadtraum, CartBoards in Supermärkten sowie Schrift-Laufbändern in Schaufenstern mit Gedichten. Rumpelstilzchen-Texte konnten auch in Anthologien, Literaturzeitschriften und Zeitungen vermittelt werden. Einzelne sind Teil von in pädagogischen Verlagen publizierten Unterrichtsmaterialien geworden.

© Siegfried Baron, Hiddenhausen


Darüber hinaus trafen sich interessierte Schülerinnen und Schüler regelmäßig in altersmäßig gestaffelten Schreibwerkstatt-Gruppen. Bei Bedarf war Einzelbetreuung möglich.
Es wurden (häufig in Kooperation mit außerschulischen Veranstaltern) zahlreiche Lesungen oder auch Literaturgottesdienste organisiert.
Derartige Zusammenarbeit führte außerdem zur Realisierung verschiedener Kunstformen verbindende Projekte; z.B.:
„SprachZeichen“ mit dem Maler Michael Strauß
„Die letzte Reise“ mit dem Photographen Siegfried Baron. Hierzu gibt es auch ein Buch: Hellwig, Michael; Baron, Siegfried (Hrsg.): Weiterfliegen – eine Sprach-Bilder-Reise mit dem Tod. Chora Verlag, Duisburg 2017. ISBN 978-3-929634-72-3. – siehe Projekte

© Siegfried Baron, Hiddenhausen


„Gesichter“ mit dem Zeichner Alexander Kapitanowski. Zu einem Teilprojekt ist ein Katalog erschienen: Jacob Pins Gesellschaft Kunstverein Höxter e.V.: Bleiben – Gehen – Zurückkehren? Jüdische Porträts von Alexander Kapitanowski, Höxter 2016. – siehe Projekte
Etliche Rumpelstilzchen-Mitglieder waren bei literarischen Wettbewerben erfolgreich. Ebenso wurde das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt als Ganzes verschiedentlich ausgezeichnet.
Auf Initiative und in der Herausgeberschaft des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts sind drei bundesweit bzw. international ausgeschriebene Anthologien mit Beiträgen junger Schreibender erschienen:
Hellwig, Michael; Heinemann, Anna Bella; Babenhauserheide, Melanie (Hrsg.): einmal – Erinnerungen für übermorgen. heka-Verlag Heinz Kameier, Leopoldshöhe 1997.
Hellwig, Michael; Münzberg, Till; Skora, Natalie (Hrsg.): naturtrüb. heka-Verlag Heinz Kameier, Leopoldshöhe 1999.
Hellwig, Michael; Schäffer, Johannes, Schmuck, Mirjam (Hrsg.): Fremde.Freunde. Landesinstitut für Schule, Soest 2002.
 2019 erschien im Rumpelstilzchen-Literaturprojekt: Hellwig, Michael (Hrsg.): Was heißt hier Fremde? mit Lyrik, Prosa und Berichten jugendlicher und erwachsener Autor/inn/en mit und ohne Migrationshintergrund.
Um den Austausch in der Region zu vertiefen und die „Infrastruktur“ für die Arbeit literarisch schreibender Jugendlicher zu verbessern, wurde aus dem Rumpelstilzchen-Literaturprojekt heraus von 1984 bis 2005 jährlich im November das „Ostwestfälisch-lippische Schülerautoren-Treffen“ veranstaltet. Es wurden verschiedene Arbeitsgruppen – geleitet von Lehrer/inne/n, ehemaligen Rumpelstilzchen-Mitgliedern, aber auch von Autor/inn/en – angeboten. Das Treffen war kein Wettbewerb, sondern ein für alle Interessierten (auch Lehrer/innen) offenes Arbeitstreffen. Im Durchschnitt haben in den 22 Jahren jeweils ca. 70 Personen teilgenommen.
Auch bei anderen Veranstaltungen haben Rumpelstilzchen-Mitglieder Schreibwerkstätten betreut und so ihre Erfahrungen weitergegeben.
Da einige ehemalige Schüler/innen auch nach dem Verlassen des Widukind-Gymnasiums weitergeschrieben hatten, den Kontakt gehalten sowie zum Teil schreibende Freunde mitgebracht hatten und in dieser Konstellation Projekte realisierten, war das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt seit Ende der 1990er Jahre kein reines Schulprojekt mehr, sondern hatte auch ein „außerschulisches Standbein”.
Im Januar 2020 ist im Bielefelder Aisthesis Verlag ein Buch erschienen, das die Arbeit des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts thematisiert: Babenhauserheide, Melanie; Eschengerd, Anna Bella (Hgg.): Ver(w)ortungen. Bildungsprozesse im Rumpelstilzchen-Literaturprojekt – Eine Festschrift für Michael Hellwig. Aisthesis Verlag, Bielefeld 2020. ISBN 978-3-8498-1531-8. Mehr hierzu auch unter „Vergangenes“.

Das „neue“ Rumpelstilzchen-Literaturprojekt:

Seit dem 01.02.2020 arbeitet das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt als rein außerschulisches Projekt. Neben Lesungen stehen verschiedene Ausstellungs- und Publikationsprojekte, die zum Teil auch über den Kreis der Mitglieder hinaus offen waren/sind. – siehe Projekte
Außerdem „betreibt“ das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt seit dem Frühjahr 2021 einen eigenen YouTube-Kanal.
In dieser neuen Konstellation sind bisher zwei Anthologien erschienen:
Hellwig, Michael (Hrsg.): Thorsten Böckmann: Ukraine – Ansichtssachen. Bild-Text-Dialoge. Rumpelstilzchen-Literaturprojekt, Enger 2021 (BoD, Norderstedt 2021). ISBN 9-783-7526-2526-4.
Hellwig, Michael (Hrsg.): Alexander Kapitanowski: Europa und der Stier. Bild-Text-Dialoge. Rumpelstilzchen-Literaturprojekt, Enger 2021(BoD, Norderstedt 2021). ISBN 978-3-752-672596

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