Projekte

Auf dieser Seite, stellen wir vor allem länger andauernde und noch laufende Projekte vor.
Zu den interessantesten Projekten, die im Rahmen des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts in den letzten Jahren realisiert worden sind, gehören die Kooperationen mit bildenden Künstler/inne/n.
Der Dialog unter Verwendung so unterschiedlicher Zeichensysteme/Sprachen macht die Entwicklung komplexer „Übersetzungsstrukturen“ notwendig. Die kreative Auseinandersetzung bietet einen individuellen Weg der Beschäftigung mit bildender Kunst und ihrer Sprache. Dabei zeigte sich immer wieder, wie sehr die Autor/inn/en die Künstler/innen mit ihrer Sicht auf Bilder überraschten. Umgekehrt haben die Autor/inne/n sich immer wieder auch damit auseinanderzusetzen, wie der/die Künstler/in ihre Texte aufnimmt und dabei oft ganz andere „Antworten“ findet, als sie sie vom verbalen Austausch her gewohnt sind.

Im Folgenden werden schwerpunktmäßig zwei Projekte vorgestellt:

„Die letzte Reise“ – ein Projekt mit dem Photographen Siegfried Baron
„Gesichter“ – ein Projekt mit dem Maler und Zeichner Alexander Kapitanowski

„Die letze Reise“ – ein Projekt mit dem Photographen Siegfried Baron

© Siegfried Baron, Hiddenhausen

Als Beitrag des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts zu der unter dem Titel „Die letzte Reise“ vom Widukind-Museum in Enger vom 1. November 2008 bis zum 12. April 2009 veranstalteten historischen Ausstellung zum Thema Tod und Bestattung vom Mittelalter bis in die Moderne entstanden Gedichte zu zwei Bilderschauen des Photographen, Graphikers, Malers und Lyrikers Siegfried Baron (geboren 1941 in Liegnitz/Schlesien, lebt in Hiddenhausen; hat als Kartograph, Photograph, Graphiker und Ausstellungsgraphiker gearbeitet. Verschiedene Photoausstellungen, ein eigenständiger Photoband, ein Gedichtband, Multimediaprojekte). Von ihm stammte auch das Gestaltungskonzept für die Ausstellung. Die Bilderschauen waren ebenso Teil der Präsentation wie einige ausgewählte Gedichte als Poster. Darüber hinaus fand im Rahmenprogramm zur Ausstellung am 28. Januar 2009 eine Lesung der Texte im Gemeindehaus am Kirchplatz statt.
Die Zusammenarbeit zwischen Siegfried Baron und dem Rumpelstilzchen-Literaturprojekt zum Thema wurde fortgesetzt und von der Rumpelstilzchen-Seite her personell erweitert. Inzwischen sind 23 Autor/inn/en mit mehr als 120 Texten an dem Projekt beteiligt. Überwiegend sind es Texte, die entstanden, als die Verfasser/innen im Alter zwischen 14 und 18 Jahre alt waren.
Texte wurden seitdem auch bei verschiedenen multimedialen Lesungen mit wechselnder Besetzung unter dem Titel „Sprach-Bilder-Reise mit dem Tod“ präsentiert.
Ausgewählte Photos und eine Bilderschau sowie ein gefilmtes Interview von/mit Siegfried Baron und Texte (neben Gedichten auch Reflexionen bzw. ein Interview zu Sterben, Tod und dem Schreiben darüber) von sechs Mitgliedern des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts  sind wesentliche Bestandteile des im Verlag Bergmoser + Höller als Heft 3.2014 der Zeitschrift „Deutsch betrifft uns“ erschienenen Themenhefts „Die letzte Reise – Sterben und Tod in der Lyrik“.

Dieses Material bildete den Ausgangspunkt einer Präsentation auf der didacta 2015 in Hannover. Unter dem Veranstaltungstitel „Junge Lyrik im Deutschunterricht“ konnte beispielhaft gezeigt werden, dass literarische Texte jugendlicher Autor/inn/en, also (annähernd) Gleichaltriger, einen motivierenden Zugang zu evtl. als schwierig empfundenen Themen darstellen können.

Als Weiterentwicklung des Präsentationskonzepts entstand die Wanderausstellung „Requiem – Betrachtungen zum Deutschen Requiem von Johannes Brahms“. Sie wurde erstmalig vom 8. bis 25. November 2010 in der Stiftskirche Enger gezeigt. Im Rahmen der Eröffnung gab es eine Kurzlesung des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts. Begleitend zur Ausstellung gestalteten Rumpelstilzchen-Mitglieder außerdem einen literarischen Gottesdienst.

Literaturgottesdienst in der Stiftskirche in Enger, 14.11.2010 – © Siegfried Baron, Hiddenhausen

„Requiem“ ist als Wanderausstellung konzipiert und kann von interessierten Institutionen (mit und ohne Begleitprogramm des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts) ausgeliehen werden. Die Präsentation besteht aus 65 Fahnen, die als Haus-in-Haus-Installation aufgebaut wird.

© Siegfried Baron, Hiddenhausen

Bisher gab es nach der Stiftskirche in Enger fünf weitere Ausstellungs-Stationen:
Lemgo (St. Marien, 26.10. – 26.11.2014)
Bünde-Ennigloh (Kreuzkirche, 21. – 30.10.2015)
Herford (St. Marien, 06.11. – 03.12. 2016) – mit Literaturgottesdienst am Volkstrauertag
Bielefeld (Stadtbibliothek, 16.01. – 16.02.2018)
Halle (Städtische Galerie Alte Lederfabrik, 25.11.2018 – 13.01.2019)

St. Marien, Lemgo; Kreuzkirche, Bünde-Ennigloh; Stadtbibliothek Bielefeld; Städtische Galerie Alte Lederfabrik, Halle – © Siegfried Baron, Hiddenhausen

Die Präsentation ist nach wie vor ausleihbar (Kontakt über das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt).
Eine Auswahl der Texte und Bilder ist 2017 in Buchform erschienen: Hellwig, Michael; Baron, Siegfried (Hrsg.): Weiterfliegen – eine Sprach-Bilder-Reise mit dem Tod. Chora Verlag, Duisburg 2017. ISBN 978-3-929634-72-3.
Das Projekt ist damit noch nicht abgeschlossen. Es gibt Überlegungen, es weiterzuführen, wenn sich passende Gelegenheiten bieten.

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„Gesichter“ – ein Projekt mit dem Maler und Zeichner
Alexander Kapitanowski

(c) Alexander Kapitanowski, Enger

Der Kontakt zu dem Maler und Zeichner Alexander Kapitanowski entstand, als seine Tochter 2011 Mitglied im Rumpelstilzchen-Literaturprojekt wurde.
Das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt hatte ja schon in der Vergangenheit interessante Erfahrungen mit der Kooperation mit bildenden Künstler/inne/n gemacht, und in diesem Fall war es nahezu zwangsläufig, über ein gemeinsames Projekt nachzudenken.
Ein erstes Ergebnis war 2012 das Ausstellungsprojekt „Gesichter“. Rumpelstilzchen-Mitglieder schrieben Texte zu Porträtzeichnungen von Alexander Kapitanowski. Außerdem zeichnete er Porträts von Rumpelstilzchen-Mitgliedern. – Zu denen dann auch Texte entstanden.
Erstmals gezeigt wurden Ergebnisse des Projekts im Herbst 2012 in der Galerie im Rathaus in Spenge.
Inzwischen wurden weitere Präsentationen realisiert, für die das Projekt weiterentwickelt wurde:
Bad Salzuflen-Schötmar (Das Fachwerk, 08.06. – 06.07.2014)
Detmold (KlangBildGespräch in der Klangwerkstatt des Ensemble Horizonte, 31.10.2014)
Halle/Westfalen (unter dem Titel „Meine Brüder suche ich.“; gemeinsam mit Eva Volkhardt; Städtische Galerie Alte Lederfabrik, 24.01. – 28.02.2016)
Höxter (unter dem Titel „Gehen – Bleiben – Zurückkehren? – jüdische Porträts“; Forum Jacob Pins, 03.04. – 22.05.2016)
Enger (unter dem Titel „Meine Brüder suche ich.“; gemeinsam mit Eva Volkhardt; Galerie im Gerbereimuseum, 05.03. – 30.04.2017)

In der vom Förderverein des Widukind-Gymnasiums herausgegebenen WGE-Jahresschrift 2016 ist ein längerer Bericht zum Projekt erschienen.

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