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Gedicht des Monats Mai 2026

Rudolf Schimke
Krieg

Die Erde regt sich auf
Wie Augen leuchtet aus der Tiefe
Wo Glanz der Glanz der Hölle ist

Das Brot zerbricht
So teilen sich die Krumen
Und singen einen Trauerchor

Das Haus, das an der Ecke steht
Aus dessen Fenstern Lichter fliehen
Es schwankt und torkelt

Im nahen Unterholz
Maskiert mit Tannenreisern
Entsetzt sich das Entsetzen

Zerplatzt im Flug
Und frisst die Schneise
Und lässt die Krume öd zurück

Ein Kinderschrei durchdringt die Luft
Die warme Spende einer Brust
Erfriert im Donnerklang

Und bald darauf ein Drängen
Und bald darauf ein Viel an Füßen
Und bald darauf die Atemlosigkeit

Der Herr in Grau und Blau
Goldgerändert das Gestühl
Zum Wohl des Volkes hat gehandelt




Ältere Gedichte des Monats können im Archiv nachgelesen werden [L].

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